Am Donnerstagabend, 26. Juni um 19:00 Uhr lädt die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit zu einer Lesung und anschließendem Podiumsgespräch in die Aula des Stiftisch Humanistischen Gymnasiums HUMA Abteistr. 17 (neben dem Haus Erholung) ein. Der Referent, der Theaterkritiker, Autor und Hochschullehrer Prof. C. Bernd Sucher wurde 1949 als Sohn einer jüdischen Mutter Margot Artmann und eines protestantischen Vaters geboren.
Die hübsche, blonde 17-jährige Margot aus Leipzig kam 1942 ins KZ Belzyce und wurde dort aufgrund ihrer Attraktivität wiederholt das Opfer von SS-Offizieren, bis sie Ende 1943 aus dem KZ von einer Polin in ein Versteck gebracht wurde und dort unter anderem Namen untertauchen konnte. Sie ging nach ihrer Rückkehr 1946 eine Ehe mit einem protestantischen Partner aus Bitterfeld ein. Da dieser der Sohn eines evangelischen Kirchenrates war, musste Margot in einem Ehevertrag unterschreiben, dass ihre Kinder evangelisch erzogen würden. Folglich wurde C. Bernd Sucher auch evangelisch getauft und wuchs in Hamburg auf. Seine weitgehend säkular aufgewachsene Mutter hat ihm als Kind nichts über den KZ-Aufenthalt im Detail — auch nicht auf
Nachfrage — erzählt und ihm das Jüdischsein nicht vermittelt. Das Erlebte und Erlittene im KZ hatte Suchers Mutter schwer mit einer emotionalen Leere traumatisiert und zeitlebens hart gegen sich selbst und auch ihre Kinder gemacht. Als Jugendlicher hat C. Bernd Sucher aber bei seinen wenigen dürftigen Informationen seine religiöse Identität als Mutterjude gespürt, gesucht und sich schließlich aktiv dem liberalen Judentum zugewandt. Er wird aus seinem Buch „Unsichere Heimat“ lesen. Ein Thema, welches bei dem wachsenden Antisemitismus im Alltag leider große Bedeutung erlangt. Beachten Sie bitte, dass zu dieser kostenfreien Lesung eine Anmeldung unter gcjz-veranstaltungen@t-online.de erforderlich ist.
Weitere Infos unter diesem Link Lesung mit Prof. C. Bernd Sucher
