Die Synode des Ev. Kirchenkreises Gladbach-Neuss beschloss die Erarbeitung eines Konzepts für eine deutliche Reduzierung der Standorte bis 2035.
Wenn die Gemeinden im Kirchenkreis Gladbach-Neuss auch über 2035 hinaus handlungsfähig bleiben wollen, ist es jetzt nötig, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Auf der Tagesordnung der Kreissynode, die am 15. November in der Kreuzkirche in Neuss-Gnadental zusammentrat, stand deshalb ein Beschlussantrag, der einen ambitionierten Zeitplan vorgibt, mit dem eine deutliche Reduzierung von gemeindeeigenen Gebäuden im Kirchenkreis erreicht werden soll. Die 122 Synodalen, die 22 Kirchengemeinden und mehr als 100.000 evangelische Christinnen und Christen zwischen dem Rhein und der niederländischen Grenze vertreten, diskutierten den einschneidenden Beschlussvorschlag intensiv und stimmten schließlich mit großer Mehrheit zu.
Die drastische Reduzierung von Standorten wird nötig, weil in den kommenden zehn Jahren unterschiedliche Entwicklungen zu heute bereits absehbaren Konsequenzen führen werden. Die Anzahl der Gemeindeglieder nimmt ab, die Anzahl der Pfarrstellen wird reduziert, es rücken nicht genügend junge Theologinnen und Theologen nach und die realen Kirchensteuereinnahmen sinken. Gleichzeitig existiert ein Investitionsstau bei den gemeindeeigenen Immobilien, die zudem noch energetisch saniert werden müssen. Diese Gemengelage erfordert heute aktives Handeln, um dauerhaft handlungsfähig zu bleiben und nicht im kommenden Jahrzehnt in die Insolvenz zu rutschen. Der Beschluss, dem die Synode jetzt fasste, sieht vor, bis November 2026, also innerhalb eines Jahres, ein Konzept auf regionaler Ebene zu erarbeiten, das für den Westteil* des Kirchenkreises 12 Standorte und 9 Pfarrstellen umfasst, für die Region Süd* 8 Standorte und 3 Pfarrstellen und für die Region Ost* 10 Standorte und 7 Pfarrstellen. In den drei Regionen stimmen sich die Gemeinden ab, welche Standorte erhalten bleiben, wo kooperiert und wo verkauft werden soll. Dieser Abstimmungsprozess wird direkt beginnen und soll innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein. Der Prozess, sich auf geringere Ressourcen in der Zukunft einzustellen, ist für die Gemeinden ein schmerzhafter. Dennoch ist auch Platz für Optimismus. Superintendent Dietrich Denker leitete den Tagesordnungspunkt Supbericht mit dem Kasalla-Karnevalshit „Immer noch do“ ein und verwies in seinem Bericht auf die vielfältigen Angebote, mit denen evangelische Christen die Gesellschaft mitgestalten: von der Arbeit der Gemeinden und den internationalen Partnerschaften über die Schul- und Krankenhausseelsorge bis zur Telefon- und Notfallseelsorge. Lust auf die Zukunft machten auch die Vorstellung der Planungen für den Kirchentag in Düsseldorf 2027 und die Landesgartenschau in Neuss 2026 mit dem Projekt Lichtkirche – Ereignisse, die Leuchtkraft entfalten werden.
*Region West: Mönchengladbach, Korschenbroich, Kelzenberg, Waldniel und Brüggen-Elmpt
*Region Süd: Grevenbroich, Kirchherten, Rommerskirchen, Wevelinghoven, Jüchen
*Region Ost: Neuss, Kaarst, Dormagen
