Kinderhospiz dankt den Spendern

  • Angela Rietdorf (Öffentlichkeitsreferat)
  • Ortrun Rhein

Von Ortrun Rhein, der Leiterin des Kinderhospizes in Hermannstadt / Siebenbürgen / Rumänien erreicht uns folgender Brief:

 „Liebe Freunde des Kinderhospizes, liebe Spender und Spenderinnen,

 Eine große Spende hat uns wieder einmal unseren Alltag erleichtert. Herzlichen Dank. Unsere 10 Kinder , die wir gerade betreuen, sind so bunt gemischt, dass die Anforderungen ebenso unterschiedlich ausfallen: 4 Wochen alt bis 17 Jahre, sind die, die unsere Hilfe brauchen: ihr Leben ist bestimmt von dem Kreislauf ihrer Krankheiten, der sich nur in wenig gute und viele schwierige Tage einteilen läßt. Ihr Leben hängt an einem seidenen Faden: Bei einigen ist das ein Beatmungsgerät, bei anderen bedeutet das ständige Sauerstoffzufuhr über einen Apparat der viele Male größer und schwerer ist als das Kind selber. Dann ist es Nahrung, die fast kontinuierlich, tröpfchenweise über den Tag verteilt dem kleinenKörper verabreicht wird. So kleine Mengen, für so viel Leben wie nur möglich.

Dieses kleine Leben kann oft nur über sehr teuern Antibiotika erhalten werden, um den Krankenhauskeimen Herr zu werden, über wenige und sehr spezielle Nahrungsmittel bis hin zu Cremes, die keine Allergien hervorrufen… Bis zu 50% sind in den drei letzten Monaten die Preise für Windeln, Pflegematerialien und Medikamente gestiegen. Das Budget verkraftet das schwer. Wir freuen uns immer, wenn eine Spende ein Durchatmen erlaubt. Danke vom Team, danke von unseren Schutzbefohlenen.

Josef ist unser kleinster Mann im Haus, gerade mal drei Wochen alt, 3,2 kg leicht. Es sind die vielen Schläuche und Apparate um ihn herum, weswegen ein großer Rettungswagen mit gleich vier Einsatzkräften ihn aus der Klinik zu uns brachten. Mit Blaulicht. Josef hört nicht, sieht nicht, atmet nur unterstützt . Die Anzahl der Diagnosen füllen ein A4 Blatt. Ein kleines spezielles Leben. Jede Berührung erschreckt ihn.

Und Andreea, die mit 16 schon zwei Herzinfarkte erlitten hat, wacht nicht mehr auf. Die Eltern sitzen an ihrem Bett, erzählen ihr von all dem, was ein Leben für eine 16 – jährige zu bieten hat, in der Hoffnung, sie zurückzuholen. Sie wird über eine Nasensonde ernährt, sie muß gewaschen und gewindelt werden und nur teure Medikamente lassen Blutdruck und Herz einen Rhythmus finden.

Austherapiert hieß es im Krankenhaus. Andreea müsse nach Hause. Aber in die Wohnung am Dorf passt ein Krankenbett nicht hinein, es gibt kein fliessend Wasser und kein Geld für die teuren Tropfen, Beutel, Schläuche. Die Krankenkasse bewilligte kein Sauerstoffgerät für zu Hause. Bürokratische Hürden. So wurde das Kinderhospiz für sie und die Familie letzte Hoffnung…

In Andreeas Zimmer stehen überall Mohnblumen vermischt mit Kornblumen. Ihre Lieblingsblumen.

Die Eltern bringen sie aus dem Garten mit. Blumen gegen zu viel Trauer. Sauerstoffgerät, Absauggerät, Nasensonden, Urinsonden, eine Vielzahl von Medikamenten und Pflegemittel , Windeln und Unterlagen.. Davon übernimmt die Krankenkasse nicht einmal 1/3 der laufenden Kosten. Mit Ihrer Spende machen wir den Aufenthalt dieser Kinder überhaupt möglich.

Danke für die großzügige Unterstützung.

Im Namen des Teams

Ortrun Rhein