„Ich bringe eine andere Lebenswirklichkeit ein“

  • 12.10.2026

Dennis Flück ist als ordinierter Prädikant in der Stadtgemeinde Neuss aktiv.

Dennis Flück ist 29 Jahre alt, von Beruf Intensivpfleger an der Uni-Klinik Düsseldorf und seit dem Sommer ordinierter Prädikant. „Es gibt eine Wechselwirkung zwischen Arbeit und Prädikantendienst“, sagt er. „Der Glaube hilft mir bei der Arbeit, ethische Entscheidungen zu treffen. In meine Aufgaben als Prädikant wiederum bringe ich eine andere Lebenswirklichkeit ein.“

Die religiöse Prägung bringt Dennis Flück nicht aus dem Elternhaus mit. Wichtiger für ihn ist der Konfirmandenunterricht in seiner Heimatgemeinde im westfälischen Oelde. Er macht seine Schulpraktika in der Kirchengemeinde, ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Bahnhofsmission Düsseldorf, denkt über ein Theologiestudium nach und entschließt sich dann doch dazu, Krankenpfleger zu werden. Heute arbeitet er auf der Intensivstation und hat so viel mit Leid, Abschied und Tod, aber auch mit Hoffnung, Liebe und Zusammenhalt zu tun.  „Als Intensivpfleger bin ich nah an den Menschen und lerne die Grenzsituationen zwischen Leben und Tod kennen“, sagt der 29jährige.

In Neuss, wo er nun lebt, hat er wieder den Weg in die Gemeinde gesucht. Schnell ist ihm klar, dass er Prädikant werden möchte. „Den Ruf habe ich immer gehört“, stellt er fest. Pfarrer Jörg Zimmermann wird sein Mentor, die Prädikantenausbildung beginnt er im Januar 2024. Am 19. Juli 2026 wird er von Assessor Ralf Laubert in der Neusser Christuskirche ordiniert. „Am wichtigsten war mir in der Zeit der Zurüstung die Gemeinschaft in Christus“, sagt Flück. Aus dem Jahrgang der jetzt Ordinierten hat sich eine Gruppe gebildet, die sich weiterhin regelmäßig über Whatsapp austauscht und auch schon zu einem spirituellen Wochenende getroffen hat. An diesem Wochenende hat auch Flücks Lebensgefährtin Jana Leonie Löwen teilgenommen und sich sehr gut aufgenommen gefühlt. Sie wirkt ebenfalls in der Neusser Stadtgemeinde ehrenamtlich mit. „Ich nehme seine Ordination und Dennis´ Tätigkeit als Prädikant als große Bereicherung wahr“, sagt die 28jährige, im Hauptberuf Religions- und Spanischlehrerin. Auch sie kann sich zu gegebener Zeit eine Ordination vorstellen. Bis dahin wirkt sie gern als Lektorin in den Gottesdiensten mit, die Dennis Flück als Prädikant hält. „Die Gemeinde fördert die Prädikanten und wir arbeiten als Team auf Augenhöhe“, stellt Flück fest. Er definiert sich selbst als Hochlutheraner und liebt besonders die Abendmahlsgottesdienste. „Es ist schön, dass in unserer Gemeinde das ganze Spektrum von Gottesdienstformen und Angeboten möglich ist“, sagt er. Auch getauft und getraut hat er bereits, aber Bestattungen empfindet er als besonders zu seinen Fähigkeiten passend. „Eine Bestattung durchführen zu dürfen, ist für mich eine große Ehre“, betont er.  Sein Schichtdienst macht es möglich, dass er solche Tätigkeiten auch als Ehrenamtler regelmäßiger übernehmen kann.

In Kürze feiert der Pfarrer, der Dennis Flück in Oelde konfirmiert hat, sein Ordinationsjubiläum. Der ehemalige Konfirmand und jetzige ordinierte Prädikant wird den Gottesdienst mitfeiern. „Das ist für uns beide sehr schön“, stellt er fest. „Ein Kreis schließt sich.“

  • Angela Rietdorf
  • Red