Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Mönchengladbach lädt ein zu zwei besonderen Veranstaltungen:
1. am Donnestag, den17. Oktober 2024 um 19.00 Uhr ins Haus der Regionen, Bettrather Str. 22 in Mönchengladbach zur Lesung „Föhrenwald, das vergessene Schtetl“. Autor Alois Berger liest aus seinem Buch über ein verdrängtes Kapitel deutsch-jüdischer Nachkriegsgeschichte.
Die letzte jüdische Siedlung in Europa
Von 1945 bis 1957 lebten im bayerischen Wolfratshausen im Ortsteil Föhrenwald (40 km südlich von München) zeitweise mehr als 5000 Juden, Überlebende des Holocaust – mit Synagogen, Religionsschulen und einer eigenen Universität für Rabbiner. Föhrenwald hatte eine jüdische Selbstverwaltung, eine jiddische Zeitung und eine jüdische Polizei. 1957 wurde Föhrenwald aufgelöst, die Bewohner auf deutsche Großstädte verteilt. Föhrenwald wurde umbenannt und aus dem kollektiven Gedächtnis gelöscht. Der Ort steht exemplarisch für einen weitgehend unbekannten Teil der deutschen Geschichte. Der Autor ist dort aufgewachsen, er hat das Schweigen erlebt. Er verwebt die Spurensuche in seiner Heimat mit den Geschichten der Überlebenden – denen, die nach Israel gingen, und denen, die aus dem Land der Täter nicht wegkonnten.
„Ich habe meine gesamte Jugend in einer Art Theaterkulisse verbracht, einer sehr schönen, fast kitschigen Theaterkulisse mit verschneiten Bergen am Horizont, glasklaren Seen, mit malerischen Bauerndörfern und barocken Kirchen. Natürlich war das alles real, aber die Bilder im Kopf bekamen zerschlissene Ränder und fadenscheinige Stellen, als ich herausfand, dass mitten in dieser friedlichen Landschaft ein blinder Fleck war, eine sehr große undurchsichtige Leerstelle, über die nie geredet worden war.“
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung unter gcjz-mg@t-online.de erleichtert die Organisation.
2. in Kooperation mit der Cinefactory im Haus Zoar und dem Kulturbüro derStadt Mönchengladbach am 15. und 20. Oktober jeweils um 12 Uhr zum Film „Fannys Reise“, im Vorverkauf zum ermäßigten Ticketpreis von 2 Euro für Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene in Begleitung ihrer Kinder und Enkel. An der Tageskasse kosten die Tickets für Kinder unter 12 Jahren 8 Euro, für Erwachsene 10 Euro.
Inhalt:
Frankreich 1943. Die 13-jährige Fanny und ihre jüngeren Schwestern sind zum Schutz vor den Nationalsozialisten in einem Waisenhaus versteckt, einem der letzten Zufluchtsorte für jüdische Kinder. Als die deutschen Truppen vorrücken und die Front sich weiter nach Süden verschiebt, ist die einzige Überlebenschance der Kinder die Flucht in die sichere Schweiz. Dabei wird Fanny unfreiwillig Anführerin einer Gruppe von jüdischen Kindern. Auf dem lebensgefährlichen Weg quer durch Frankreich muss sie ihren ganzen Mut aufbringen, um sich und die anderen zu schützen. Inmitten von Angst, Freude und unerwarteten Begegnungen entdecken die Kinder, wie viel Zusammenhalt und Freundschaft bedeutet.
