Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Mönchengladbach, Jüchen und Korschenbroich fordert die Gemeinden auf, von 21.50 bis 22 Uhr die Glocken läuten zu lassen.
In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 brannten überall in Deutschland die Synagogen, wurden jüdische Mitbürger misshandelt, ermordet oder in Konzentrationslager verschleppt. Auch in Mönchengladbach wurden die Synagogen in Gladbach, Rheydt, Wickrath und Odenkirchen zerstört. Es kam zu brutalen Übergriffen und Verfolgungen. Die christlichen Kirchen haben damals geschwiegen. „Nicht einmal die Glocken läuteten, als die Synagogen brannten“, stellt die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in ihrer Pressemitteilung fest. „Daher empfinden wir Christen heute Scham und Schuld.“
Die ACK ruft daher zu einem Bußläuten von 21.50 bis 22 Uhr auf. Das Läuten der Kirchenglocken soll an das Leid erinnern, das jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in dieser Nacht zugefügt wurde. Es soll als Bußläuten verstanden werden und die schweigende Hinnahme der Verbrechen durch die christlichen Kirchen bewusstmachen. „Wir Christen sind durch das abendliche Läuten zu Buße und Gebet eingeladen, um dem Vergessen und jeder Art von Antisemitismus heute entgegenzuwirken“, sagt Pfarrer Hans-Ulrich Rosocha, der Vorsitzende der ACK.
Zum Gedenken an die Reichspogromnacht findet zudem am 9. November 2021 um 19 Uhr im Innenhof des Rathauses eine Veranstaltung statt, zu der Oberbürgermeister Felix Heinrichs einlädt.
Am Mittwoch, den 10. November lädt die ACK zu einem ökumenischen Friedensgebet um 18 Uhr in die Ev. Hauptkirche in Rheydt ein, um der Pogromnacht auch in diesem Rahmen zu gedenken.
