Superintendent Dietrich Denker feierte seinen 60. Geburtstag mit einem besonderen Gottesdienst, einer Kunstinstallation und einem Empfang in ökumenischen Rahmen.
Seinen 60. Geburtstag nimmt Dietrich Denker, der Superintendent des Ev. Kirchenkreises Gladbach-Neuss zum Anlass, auf das Gute zurückzublicken, das bewahrt werden soll, ganz im Sinne der Jahreslosung „Prüft alles und das Gute behaltet“. Eine solch positive Haltung einzunehmen ist in unseren krisengeschüttelten und lautstark empörten Zeiten eher ungewöhnlich. Den Grund für seine persönliche Resilienz findet Denker im Gottvertrauen. „Die Bibel und Gottes Wort sind mir nach wie vor Richtschnur. Etwas Besseres habe ich nie gefunden“, sagt er. Seinen Geburtstag feierte er mit einem Dankgottesdienst in St. Franziskus, der katholischen Pfarrkirche in Geneicken. Der dort ausgestellte Totentanz des Künstlers Markus Lüpertz sei ihm ständige Erinnerung, dass alles Gute ein Geschenk sei.
Der im November 2024 mit überwältigender Mehrheit wiedergewählte Superintendent übt sein Amt seit mehr als zehn Jahren aus. Er ist Dienstvorgesetzter aller evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer zwischen Brüggen und Neuss.
Dietrich Denker stammt aus dem Westerwald und kam 1990 als junger Vikar zusammen mit seiner Frau nach Rheydt. 1993 wird er ins Pfarramt berufen und ist seitdem als Pfarrer in Rheydt tätig. Auch seine beiden inzwischen erwachsenen Kinder werden hier geboren. Während seiner Zeit als Jugendpfarrer werden die Stiftung für die evangelische Jugendarbeit und die Jugendkirche gegründet. „Für mich ist es wichtig, dass Gemeinde als Lebensraum erlebt wird, in dem man sich begegnen kann“, erklärt er. Auch die Quartiersarbeit und das Schaffen von Netzwerken gehört zu den Schwerpunkten seiner Arbeit. Am allerwichtigsten jedoch sei immer die Seelsorge: „Dann hat alles andere hintenanzustehen.“
Als Superintendent war er 2014 angetreten, die Gemeinschaft lebendiger Gemeinden als Fundament der Kirche zu stärken. „Ich kann mir auch gut vorstellen, dass wir wieder offensiv Werbung für Kirche machen und den Reichtum der Möglichkeiten in den Gemeinden aufzeigen“, hatte er damals gesagt. Doch die vergangenen Jahre seiner Amtszeit sind stark geprägt von Strukturreformen und Anpassungsprozessen. Dennoch rückt er in seinem Bericht für die Kreissynode 2024, bei der er für die nächsten acht Jahre wiedergewählt wird, die positiven Nachrichten als „Spuren des Reichs Gottes“ in den Mittelpunkt: lebendige Gemeinden, engagierte Notfall- und Telefonseelsorge, erfolgreiche Jugendarbeit, Unterstützung für Menschen in Not, ehrenamtliches Engagement und geschwisterliches Miteinander in der Ökumene vor Ort und der Partnerschaftsarbeit in Namibia und auf Nias (Indonesien). Dennoch werden der Strukturwandel und Mitgliederrückgang weitergehen – die Anpassungsprozesse müssen immer schneller vorangehen. Dass er damit gut umgehen könne, liege auch an seiner Familie. „Sie ist ein wesentliches Korrektiv. Ohne die Fürsorglichkeit der Familie könnte man sich im Dienst verlieren“, stellt er fest.
Auch in seiner Geburtstagsfeier bezieht sich der Superintendent auf die guten Dinge. Statt Geschenken wünschte er sich von seinen Gästen Fotos, auf denen Gutes aus ihrem Leben zu sehen ist. Es ist auch eine Installation seines Sohnes David Denker unter dem Titel „Viskos – Fließende Brüche“ zu sehen sein, ein Denkraum, in dem die verstrickte Vielschichtigkeit unserer Welt sichtbar wird.
Viele Gäste, Freunde, Kollegen, Wegbegleiter, Vertreter der Landeskirche und aus Politik und Verwaltung, unter ihnen Präses Latzel und OB Heinrichs sind zu dem ganz besonderen Dankgottesdienst gekommen. Anstelle einer Predigt machten sich Felix Heinrichs, Vizepräses Antje Menn, MdB Dr. Günter Krings und Bishop Michael Chandrathas Gedanken über die Bewahrung des Guten. Hier einige Impressionen rund um den Gottesdienst (ein herzlicher Dank an die Blessing Church, von der ein Teil der Fotos stammt):
