Das Mädchencamp im Sommer 2024:  „I like to move it, move it“.

Bericht der Jugendreferentin Nadine Schlutzkus:

Bereits am ersten Tag machten die 32 Mädchen aus Mönchengladbach zusammen mit dem 12-köpfigen Team im großen Gruppenraum deutlich, dass „Bewegung“ nicht nur körperliche Aktivität bedeutet. Vielmehr umfasst sie eine innere Haltung und die damit verbundenen Handlungen, die in der Lage sind, sowohl das eigene Leben als auch das anderer Menschen, der Gesellschaft und der Umwelt zu verändern.

WÄHREND DES CAMPS WURDEN DIE ZAHLREICHEN FACETTEN DER „BEWEGUNG“ AUF VIELFÄLTIGE WEISE ERLEBBAR:

– Bei der gemeinsamen Wanderung zum Schiffsanleger am Rursee nach Woffelsbach, um dort in der Gruppe Flöße aus Tonnen, Holzstämmen und Seilen zu bauen.

– Auf dem Rursee, als die selbstgebauten Flöße auf ihre Stabilität geprüft wurden.

– Auf dem Laufsteg der Heldinnenparty, bei der sich die Mädchen in selbst kreierten Heldinnen-Outfits mit ihren realen und ersehnten Superkräften auseinandersetzten.

– Während sich neue Freundschaften bildeten. In den leuchtenden Augen der Teilnehmerinnen, die viele Erlebnisse zum ersten Mal in ihrem Leben erfuhren.

– Bei Gruppenspielen, die Geschicklichkeit, motorische Fähigkeiten und Wissen forderten.

– In Diskussionen und Auseinandersetzungen, die Empathie und echtes Interesse erforderten.

– Wenn helfende Hände ohne Erwartung einer Gegenleistung anpackten und für Erleichterung sorgten.

– In den Momenten, in denen ehrliche Komplimente unter den Mädchen Gefühle von Dankbarkeit, Stolz und Verlegenheit auslösten.

– In vertrauensvollen Einzelgesprächen zwischen Teilnehmerinnen und Teamerinnen, in denen schwierige Lebenssituationen gemeinsam besprochen wurden.

– Beim tosenden Applaus der Gruppe, der mutige Präsentationen würdigte und feierte.

– In den abendlichen Reflexionsrunden, die offenbarten, was die Mädchen am Tag besonders bewegt hatte.

– Beim schwerfallenden Abschied, begleitet von der Frage: „Können wir nicht noch etwas länger bleiben?“

DIESE INTENSIVEN ERLEBNISSE WÄHREND DER FÜNF TAGE BOTEN DEN MÄDCHEN IM ALTER VON 9 BIS 15 JAHREN ZAHLREICHE SCHLÜSSELMOMENTE.

Jede Bewegung führte zu einer Veränderung, die es den Mädchen ermöglichte, ihre eigene Wirksamkeit direkt zu spüren und anschließend gemeinsam mit dem Team zu reflektieren. Der durchdachte Betreuungsschlüssel stellte nicht nur den konzeptionierten Ablauf von Bewegung, Veränderung und Reflexion sicher, sondern bot auch Raum für die vielen individuellen Herausforderungen, Bedürfnisse und Fragen der Teilnehmerinnen. Es bestand ein hoher Bedarf an Gesprächen und einem „Sich-Mit teilen“, ohne die Erwartung einer sofortigen Lösung. Oftmals war es zunächst das Bedürfnis, „gehört und gesehen zu werden“. Erst in einem zweiten Schritt erforderte die Situation häufig ein lösungsorientiertes Folgegespräch, welches vom Team bei den Mädchen meist eingefordert werden musste. Ein Phänomen, das in den letzten Jahren verstärkt beobachtet wird.

Zwei mögliche Erklärungsansätze könnten sein: Die mangelnde Kompetenz zur direkten und nachhaltigen Kommunikation infolge der Pandemie oder der schnelle, oberflächliche Konsum von Kurzvideos auf Plattformen wie TikTok und Instagram, bei dem es nicht mehr um die nachhaltige Auseinandersetzung mit einem Thema geht, sondern um den kurzen Konsum oder die schnelle Nachricht. 

Das Team legte daher besonderen Wert darauf, die Themen gemeinsam zu priorisieren und zu analysieren, welche davon ein vertiefendes Gespräch erforderten.

Im Herbst werden die Mädchen zu einem Nachtreffen mit integrierter Pflanzaktion in Mönchengladbach eingeladen. Durch die während des Camps erlebten Gruppenaktionen und Aufgaben konnten die Teilnehmerinnen eine Spendensumme von 625 Euro „erspielen“. Die Summe wurde vorab durch private Spender*innen zusammengetragen. Dieses Geld wird in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Bäume und Raine – Leben in der Landschaft“ für den Kauf von Bäumen und Pflanzen verwendet, die gemeinsam mit den Mädchen eingepflanzt werden.

SO KÖNNEN DIE TEILNEHMERINNEN AUCH IN DEN KOMMENDEN JAHREN SEHEN, WAS SIE DURCH GRUPPENZUSAMMENHALT, IHRE HALTUNG UND IHR HANDELN BEWEGEN KÖNNEN – EINE LEBENDIGE ERINNERUNG AN DAS MÄDCHENCAMP 2024, DIE STETIG WEITERWÄCHST.

Zum Schluss möchte sich der Ev. Kirchenkreis Gladbach-Neuss im Namen der Mädchen für die Zuschüsse und Spenden herzlich bedanken. Ohne die finanziellen Zuwendungen, die Kooperationen und die hilfreichen Gespräche wäre das Mönchengladbacher Mädchencamp 2024 nicht möglich gewesen.

 

UNTERSTÜTZT VON:

Sparkassenstiftung Mönchengladbach

Swiss Life Stiftung – Chancenreichtum

Aktion Lichtblicke e.V.

Soroptimist Club Mönchengladbach

Zonta Club Mönchengladbach

Stadt Mönchengladbach

Private Spender*innen