Nach 16 Jahren im Kreissynodalvorstand wurde Jochen Semmler in einem Gottesdienst in der Rheydter Hauptkirche aus seinem Amt verabschiedet.
Die enge Beziehung zu Kirche und Gemeinde wurde Jochen Semmler in die Wiege gelegt, die hohe Kompetenz in Finanz-, Verwaltungs- und Strukturfragen hat er sich als Jurist in unterschiedlichsten Führungspositionen in seinem Berufsleben erarbeitet. Zusammengenommen führte das unter anderem zu einer 16jährigen engagierten und fruchtbaren Tätigkeit als KSV-Mitglied. 2024 entschied der 74jährige, einige ehrenamtliche Aufgaben abzugeben und nicht wieder für den KSV zu kandidieren. Nun wurde er im Rahmen eines Gottesdienstes von Superintendent Dietrich Denker verabschiedet, der den Dank des Kirchenkreises für das langjährige große Engagement ausdrückte.
Bereits sein Vater war Presbyter und damit verantwortlich für den Neubau der evangelischen Kirche in Unkel, die Familie Semmler in den 1960er Jahren lebte in der benachbarten Gemeinde Rheinbreitbach. Es gab stets eine enge persönliche Beziehung zu den Pfarrern. „Wir waren ein sehr kirchennaher Haushalt“, sagt Jochen Semmler. Er selbst studiert Jura und ist später als Referent beim Deutschen Städte- und Gemeindebund tätig. Es folgen Positionen als Beigeordneter in Nettetal und in Neuss, wo er der erste von der CDU-Fraktion nominierte evangelische Dezernent wird, als Stadtdirektor und Oberstadtdirektor in Mönchengladbach und schließlich als Referent und Geschäftsführer bei der RWE, wo er seine Kommunalkompetenz einbringen kann. Neben all diesen zeitintensiven beruflichen Aufgaben bringt er sich seit 2008 ehrenamtlich in das evangelische Leben in der Kirchengemeinde Rheydt und dem Kirchenkreis ein. Er wird zum Presbyter gewählt, ist Kreissynodaler und wird in den KSV gewählt. „Ich habe im Berufsleben stets versucht, Dinge gestalterisch voranzubringen“, sagt er. „Mit diesem Anspruch habe ich auch im KSV gearbeitet. Die Beratung des Superintendenten und die Verbesserung von Strukturen sind wichtige Aufgaben, denen ich mich gern gewidmet habe.“ Sachlichkeit und Empathie seien die Grundlage, auf der auch schwierige Entscheidungen gefällt werden könnten. Stets war es ihm wichtig, sich kontinuierlich mit den Aufgaben zu befassen. Das Amt müsse mit Ernsthaftigkeit betrieben werden, sagt er. Als besonders interessant habe er die Mitwirkung an Visitationen empfunden. „Es war eine gute Erfahrung, die Gottesdienste anderer Gemeinden zu erleben.“
Mit dem Ausscheiden aus dem KSV endet aber keineswegs sein ehrenamtliches Engagement. Er ist weiterhin Finanzkirchmeister der Kirchengemeinde Rheydt, Hauptansprechpartner für die Sanierung der Hauptkirche und Vorsitzender des Bauvereins Evangelische Hauptkirche Rheydt. Er klärt Finanzierungsfragen, stellt Förderanträge und kümmert sich um Spenden. Bereits bis Mitte vergangenen Jahres konnte der Bauverein 250.000 Euro für die Sanierung der Hauptkirche an die Kirchengemeinde übergeben. All das kostet weiterhin viel Zeit und Energie und benötigt ein gutes Netzwerk. Aber: „Der Erfolg motiviert und gibt Kraft“, sagt Jochen Semmler.
