Gemeinsam kochen, gemeinsam essen, Gemeinschaft leben

  • Angela Rietdorf (Öffentlichkeitsreferat)
  • Angela Rietdorf (Öffentlichkeitsreferat)

Beim Kochprojekt „Kulinarisch aufgetischt“ kochen alle gemeinsam: Jung und Alt, Menschen mit und ohne Behinderung, mit Wurzeln in Deutschland und in vielen anderen Ländern.

Im evangelischen Gemeindezentrum in Titz geht es an diesem Samstagmittag lebhaft zu: mehr als zwanzig Teilnehmende am Kochprojekt „Kulinarisch aufgetischt“ schnippeln Gemüse und kneten Teig, braten, kochen und backen. An einem Tisch werden Piroggen gefüllt, an einem anderen entsteht eine verlockend duftende Nachspeise. In der Küche brutzeln Lamm-Rinder-Frikadellen in der Pfanne. Kimlong, Zaid und Ole füllen eine Auflaufform mit einer Mischung aus Nüssen und Trockenobst. Maximilian bedient die Schneidemaschine, Amy püriert die Suppe.

Patrick Nilgen, Diakon und Jugendleiter der Ev. Kirchengemeinde Kirchherten, ist an der Kochmütze mit der Aufschrift „Chefkoch“ als einer der Betreuer zu erkennen. “Seit Patrick Nilgen im Dezember 2021 zu uns gekommen ist, wird bei uns in der Jugendarbeit gekocht“, erklärt Pfarrerin Anne Benninghoff. Aber dieses aktuelle Kochprojekt ist noch einmal anders, denn mit dem CVJM Rheydt-Mitte und der Ev. Stiftung Hephata sind zwei Kooperationspartner an Bord, die für eine noch buntere Mischung der Teilnehmenden sorgen. Alle bringen positive Erfahrungen mit Kochprojekten mit. „Bei uns gibt es die generationenübergreifende Dienstagskochgruppe, die sich regelmäßig im Franz-Balke-Haus trifft“, sagt Yusuf Gönüleglendiren, Jugendleiter beim CVJM. Aus dieser Gruppe ist unter anderem an diesem Samstag in Titz die 81jährige Monika dabei. „Ich koche immer gern, aber mit Kindern ist es besonders schön“, stellt sie mit Blick auf das Gewusel um sie herum fest. Auch Tanja Runkel von der Ev. Stiftung Hephata berichtet von regelmäßigen Kochangeboten. Simon, der sie begleitet hat, knetet mit großer Leidenschaft den Teig für die Frikadellen nach türkischem Rezept. In den bunt gemischten Gruppen, die die unterschiedlichen Gerichte vorbereiten, herrscht eine fröhliche Stimmung. Die Teilnehmende kennen sich schon vom vergangenen Samstag, an dem in Mönchengladbach gekocht wurde und haben sich gleich wieder in denselben Gruppen zusammengefunden. „Je bunter gemischt die Gruppen sind, desto besser funktioniert alles“, stellen die hauptamtlichen Betreuer erfreut fest. Das inklusive, internationale und generationenübergreifende Kochprojekt ist ein voller Erfolg,. das gemeinsame Essen der krönende Abschluss des Angebots. Fünf selbstgekochte Gerichte stehen zur Auswahl und jeder und jede findet etwas, das mit Sicherheit schmeckt. „Was selbst gekocht ist, wird immer gern gegessen“, sagt Tanja Runkel.

Das Kochprojekt wird gefördert mit Landesmitteln aus dem Inklusionsscheck. Neben einer gelungenen Verständigung über alle realen und imaginären Barrieren hinweg trägt es auch noch zu vermehrten Kenntnisse über gesunde Ernährung bei. „Die Jugendlichen haben einen ganz anderen Bezug zu Lebensmitteln, wenn sie sie selbst verarbeiten“, stellt Yusuf Gönüleglendiren fest. Außerdem lernen sie auch Neues kennen: Passionsfrucht beispielsweise oder mexikanische Gurken, von Patrick Nilgen selbst angebaut. Mehr Win-Win geht eigentlich nicht.